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Über das Buch
"Erzengel Hl. Michael nach A. Kiss"


Sehr geehrte Herr Szczepanek!
mit zeitlicher Verzögerung möchte ich Ihnen meine Eindrücke über Ihres Büchlein ,,Erzengel Hl. Michael nach A. Kiss" mitteilen. Ich habe dies schon zum Weihnachten gelesen. Zuerst habe mir ein bisschen Zeit lassen um manches zu überdenken, dann auch ehrlich gesagt teilweise vergessen, besser gesagt aus Zeitmangel bin ich nicht dazu gekommen. Das Sie mich vor kurzem erinnert haben und ich auch wieder aus meiner letzten Schlesien Rundreise zurück gekommen bin, wo auch manches zu Ihrem Buch wie gegossen passe. Ich versuche mich kurz zu fassen - ob mir das gelinge? Ist eben nicht leicht ehrliche Meinung zu sagen und dazu für uns (Spätaussiedler) kurz zu formulieren.

Zuerst Hut ab das Sie so ein Thema angefasst haben. Mit Kultur dieser Zeit ist schon deshalb nicht leicht, weil alles was Preußisches hervorruft bei manchen Menschen ob hier bei uns oder in Polen gleich Gänsehaut hervorruft. Sie gehen mit Kiss weit außer sein Atelier. Sie versuchen seine Werke, der er überlassen hat zu erläutern, den Farbe zu geben und dort, wo nötig ist auch trauern über Verluste und Zerstörung. Das macht Sie menschlich und zeigt Sie als einen Schlesier jenseits der Grenzen. Vor allem kann man von dem Buch vieles erfahren und dazu lernen, was vielleicht für den meisten das wichtigste ist. Ich erkenne auch Ihre enorme Zeitaufwand die Sie hier rein gesteckt haben. Noch mal ich beglückwünsche Ihnen dieses Büchlein und wünsche für Zukunft weitere solche Arbeiten.

Wäre von mir aber auch nicht ehrlich, wenn ich Ihnen nicht mitteilen sollte was mich nicht zufrieden stellte und womit ich Probleme habe. Ich nähme an das Sie bei Ihren Reschreschen an manches nicht ganz rechtliches Duplikat gelangen oder gab es Begleitpersonen die diese Menschen (z.B. Bonczyk) dieser Zeit eigenwillig deuten. Ich sehe ein das Sie die bindende Rolle solche Künstler wie Kiss dazu bringen wollen Schlesier beide Seiten näher zu bringen. Das solle aber nicht um jeden Preis geschehen. Sie stellen Parallelen zwischen Schloss von Babelsberg und Kamenz, zu recht. Nur eins, das Schloss von Kamenz haben die Russen nicht zerstört, nur die Pole. Sie haben nicht gleich nach dem Krieg das getan, sondern planmäßig, systematisch aus puren Hass alles was Preußisches muss auch Germanisches, das heißt ,,hitlerowskie" sein. Von 1946 bis in die 70-ge Jahre haben eine Architekturperle zweier Europäischen Adelhöfen vernichtet. Übrigens die Hohenzollern und Oranien waren stets ein Dorn in Auge der Naziregimes. Das alles und viel mähr sagte ein polnischer Schlossführer in Kamieniec Zb. vor einer Woche bei der Führung die ich gemacht habe auf dem Schloss. Die eindeutige Aussage hat keinen dort fasst anweisenden Polen gefallen. Die Antwort des Führers war: "Jest naiwyzszy czas aby spojrzeæ prawdzie w oczy i nie chowaæ wiêcej glowy w piasek za dokonanie zbrodni na kulturze." Ich habe ihm am Ende für seine mutige Worte gratuliert.

Herr Szepanek, wir können nicht alle Details wissen, wir sollen uns aber bemühen die Wahrheit zu suchen und dort, wo nötig auch um die kämpfen. Ich habe noch andere Situationen erlebt in Kirchen und Zisterzienserklöstern die nicht immer mich mit Optimismus erfielen. Wir sollen das nicht überbewerten aber auch nicht ignorieren. Mit anderen Worten Herr Szczepanek, was Russen nach dem Krieg mit vielen Schlösser und anderen Kulturelen Einrichtungen gemacht haben brauchen wir uns hier nicht befassen. Nur geplante, von oben gesteuerte, mit Hass erfüllte Zerstörung der Preußischen Kultur sollen wir nicht den anderen in die Schuhe zu schieben. Ich gestehe das ich Ihnen die Kunstfreiheit der Verbindung zwischen Erzengel Michael und einem Wehrs aus dem Bonczyk Poem, wenn Sie wollenen nicht verwehren kann. Nur ich bitte Sie um Himmels Willen, nicht auch Sie den immer gleichen und alten Fehler machen, nämlich einen Schlesischen Priester zum polnischen Vaterlandshelden zu machen. Hier sage ich: , ich teile nicht Ihre Meinung, hier sage ich das Sie falsch liegen". Ich weiß nicht warum Sie solche Stellung beziehen?

Vielleicht lesen Sie doch zu viel polnische Interpretation oder haben Sie einen Berater der sich nicht ganz auskennt, weiß der Geier. Beides ist zwar nicht verboten aber Sie sollen schon achten auf richtige Widergabe der Lebensläufe unseren Grossen Vorfahren und Ihr Lebenswerk. Bonczyk kam nicht aus der deutschsprachige Familie. (das sind stets polnische Erklärungen über Polen die auch deutsch konnten. Immer wieder träte ich auf solche Formulierungen). Bonczyk, richtige Name Bontzek war Sohn eines Steigers der Maria Grube in Miechowitz. Wie alle
Steiger (wie sie wissen, stets eine leitende Funktion) dieser Zeit gehörte er der Deutschen Volksgruppe, die zu dieser Zeit in der Minderheit in Miechowitz war. Bonczyk war auch nie und nie Pfarrer ( Proboszcz ) der Hl Kreuz Kirche in Miechowitz. Auch in Beuthen war er lange zeit nur Verwalter der Gemeinde. Erst im Jahre 1886wurde er zum Pfarrer erhoben. Hier gebe ich Ihnen zu Ansicht zwei Unterlagen.

1. www.kuria.gliwice.pl/baza/index.php?numer=&art=14
2. Mein verkürztes Lebenslauf von Pf. Bonczyk, wo ich zugeben muss auch keine 100% - ge Genauigkeit nachweisen kann.

Wenn es geht um die Rolle des Pfarrers Bonczyk um Verbreitung des polnischen Gutes und Erbe (polskosci) machen Sie Herr Szczepanek gravierende Fehler. Mir scheint das Sie sich nicht aus der alten Schema lösen können, die mir noch aus der Sozialistische Zeit in Erinnerung bleibt (Entschuldigen
Sie, aber was den sonst). Herr Szczepanek Sie müssen doch wissen das ein Geistlicher in Schlesien in dieser Zeit immer zweisprachig reden konnte. Mehr noch, absolute Mehrheit konnte auch die Gemeinden führen und weiden danach. Derer Denken war ausgelegt, die zwei Gruppen des schlesischen Volkes zu einigen ohne sich auf politische Ebene zu betätigen. Ich habe schon auch polnische Interpretation gelesen, wo zugegeben
wurde, das auch Außergewöhnliche Schlesier der polnische Gruppe waren loyale, mündige Bürger des Preußischen Staates.
Bonczyk war zwar ein kritisch gegen den Staat stehende Priester. Hat er auch die Bissmark Politik bezüglich Glaubens stets kritisiert. Hier muss man aber zugeben das auch Klerus wollte seine Macht nicht aus der Hand geben und so war auch Konflikt vorprogrammiert. Sie selbst erwähnen auch die enorme Zusatzkosten der Kirche in Godula. Dabei war Schaffgotsch ein nie umstrittene Mäzen in Oberschlesien in dieser Zeit Natürlich gab es Priester die sich mehr als andere um die eine oder andere Gruppe des Volkes kulturell beteiligt haben. Zu solchen hat auch Bonczyk gehört, aber nicht nur er. Nehmen Sie auch die von mir beschriebene Mutter Eva. Sie war tätig jenseits der beiden Konfessionen.

Das beste Beispiel habe ich auch bei meiner letzten Reise gesehen. In Carlsruhe heute Pokoj, in der evangelischen Kirche, die übrigens das letzte Stück eines großartigen Komplexes war (auch zu Besichtigung empfohlen) konnte ich sehen Kirchenbücher gleichzeitig in deutsche und polnische Sprache geschrieben. Zusammenfassend : Die amtliche Sprache in Schlesien dieser Zeit war eben Deutsch. Wenn ein Priester die polnische Sprache benutzt hat, hat er das getan für den polnischen Teil der Gemeinde. Nach seine Meinung sollten die Menschen aktiv und bewusst zu Ihrer Religion und Zugehörigkeit stehen. Das wahr auch die Politik des preußischen Staates, und nicht nur in Oberschlesien.

In Preußen haben solche Gruppen wie: Hugonoten, evangelische Tiroler, Orthodoxen Christen, Altorthodoxe, Kalvinen usw. Zuflucht gesucht und gefunden. Sie alle haben ihre Sprache und Kultur bewahren können und waren dennoch treue Einwohner des Staates Preußen Preußen war, was manche vergessen haben oder wollen damals mit Abstand trotz allem, der liberaler Staat der Erde. Ob jemand das gefällt oder nicht. Wegen der Sprache national Kapital daraus zu ziehen ist Herr Szczepanek leider aber falsch. Sie sollen keines falls das, als totale Kritik verstehen. Wir beide (nicht nur) bedienen uns des Materials was uns zu Verfügung steht. Nicht immer ist es frei von alten Mimosen. Wir sind auch nicht ausgebildete Historiker ( die sind sich auch nicht eins). Vielleicht sollte man nicht so Breitspurig mit manchen Themen umgehen. Aber das ist nur meine Ansicht und die muss man nicht teilen. Ich habe für mich nach manchen Reinfall vorgenommen von Anfang an nicht alles glauben was ich höre und lese.

Wie Sie Herr Szczepanek sehen wollte ich kurz mich fassen und habe ich wieder nicht geschafft. Ist es auch schwer so ein Thema mit paar Sätzen zu kommentieren. Das Andere in Ihrem Büchlein nehme ich so wie Sie dargestellt haben. Manches war für mich bekannt, manches habe ich neu erfahren wie auch andere Aspekte Ihres Bühlein. Im ganzem aber hat mir Ihre Arbeit gefallen und um manches bin ich reicher geworden. Vielen Dank.

Mit Freundlichen Grüßen
Josef Hoika