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AUSSTELLUNG

Friedrich Wilhelm Graf von Reden (1752-1815)

 

 

Eine Ausstellung der Stiftung Schlesien, Hannover

„Schlesisches Eisen - Zum 250. Geburtstag von
Friedrich Wilhelm Graf von Reden“

wurde am 14. Juli (bis 8 September 2002)
im Oberschlesischen Landesmuseum in Ratingen,
Bahnhof Str. 62
eröffnet.

Die blühenden 25 Jahre in Schlesien von Graf von Reden waren auch die blühendsten Zeiten des Landes Oberschlesien. Reden schuf die Industriebasis der Region nicht nur im Bergbau und Hüttenfache, er sorgte für die Infrastruktur, indem er die Transportwege verbesserte, Wasserkanäle entwickelt, Bergarbeitersiedlungen bauen ließ, sich um die allgemeine Schulbildung und den bergmännischen Nachwuchs kümmerte. Sein geologischer Spürsinn ließ ihn neue Lagerstätten finden, und seine naturwissenschaftlichen und technischen Kenntnisse erlaubten ihm, sie zu erschließen. Er führte technische Neuerungen ein, z.B. die Gewinnung von Stahl mit Hilfe von Koks - seit 1789 oder 1788 eine englische Dampfmaschine zur Wasserhaltung im Bergbau (Tarnowitz), die dann in Schlesien nachgebaut wurde. 1786 wurde Reden in Anerkennung seiner Verdienste um den schlesischen Bergbau in den Grafenstand erhoben.

von links: Dr. Idis Hartmann, Roland von Reden,
Dr. hc Eckart von Reden, Ulf von Reden, Peter Karl Sczepanek

Was kann man über einen Bergbauminister, der vor 250 Jahren lebte, ausstellen? Schlesisches Eisen wird präsentiert. Nicht etwa Eisenbahnschienen, sondern jene Kostbarkeiten von filigraner Anmut, die auf Initiative von Graf Friedrich Wilhelm von Reden in Gleiwitz gegossen wurden, Stücke der Eisenkunstgusssammlung der Stiftung Schlesien.

Eine erlesene Auswahl an Eisenguss -Medaillen ist zu bewundern, auf denen berühmte Zeitgenossen dargestellt sind wie Königin Luise oder Feldmarschall von Blücher. Von Graf Friedrich Wilhelm von Reden ist eine Eiskunstguss Medaille zu sehen samt der von dem berühmten Medailleur Posch angefertigte Ausformung in Bisquitporzellan.

Der Eisenkunstguss war eine kostengünstige Methode sowohl zeitgenossische Kunst wie auch bekannte Kunstwerke der Vergangenheit zu reproduzieren. So findet man die berühmte Warwickvase, das Abendmal von Leonardo da Vinci, das Blücherdenkmal nach Daniel Rauch und das Redendenkmal nach Theodor Kalide sowie Statuetten von König Friedrich II. und von Napoleon.

Chistine Czaja - Peter K. Sczepanek - Eckart von Reden

Graf Friedrich Wilhelm von Reden sind diese Kunstwerke zu verdanken. Er schuf die technischen Voraussetzungen mit der Gründung der Gleiwitzer Eisengießerei und der Angliederung einer Kunstwerkstatt, den Einsatz von Dampfmaschinen im Bergbau, was selbst Goethe zu einem Besuch von Tarnowitz veranlasste, und durch das Anblasen des ersten Kokshochofens auf dem Kontinent. In 20 Jahren schuf er, unterstützt von Minister Friedrich Anton von Heinitz aus einem dahindümpelnden Bergbau in Schlesien die progressivste Montanregion nicht nur Preußens, sondern des Kontinents.

Seine wichtigsten Wirkungsstätten lagen in Oberschlesien, wo er nicht nur vorbildliche Gruben, schiffbare Stollen. Kanäle und Eisenhütten errichtete, sondern mit Malapane, Tarnowitz, Gleiwitz und Königshütte den Industriebau revolutionierte, indem sich technische Nutzbarkeit mit ästhetischer Gestaltung trafen.

Zu Redens 100. Geburtstag enthüllte König Friedrich Wilhelm IV, das Reden-Denkmal auf dem Redenberg in Königshütte, das im 20. Jahrhundert mehrmals gestürzt und wieder aufgerichtet wurde. Den zeitgenössischen, verkleinerten Nachguss des Denkmals stellte die Familie von Reden, die großen Anteil an der Ausstellung nahm, als Leihgabe zur Verfügung. In diesem Jahrhundert entstand ein Gemälde, zu dem einer der wenigen Stiche, die von dem großen Grafen Friedrich Wilhelm von Reden vorhanden sind, als Vorbild diente. Auch dieses Porträt, eine Leihgabe des Bochumer Bergbaumuseums, ist in dieser interessanten Ausstellung zu sehen.

Im 19. Jh. oberschlesischen Eisenkunstguss bildete sich eine Gruppe von jungen Künstlern, die, aus Bergmannsfamilien stammend, sich dem Eisenkunstguss widmeten. Zu nennen ist der Modelleur Friedrich Ludwig Beyerhaus. Er hat neben der eigenen künstlerischen Produktion noch das Verdienst, diese Garde junger Künstler für die Gleiwitzer Hütte herangebildet zu haben, die die hohe Qualität der Eisennachgüsse erst ermöglichte.

Zu ihnen gehörte der 1801 in Königshütte geborene Erdmann Theodor Kalide. Der wachende Löwe zierte nicht nur den Mariannenfelsen bei Fischbach im Großformat, stand nicht nur im Königlich Geologischen Institut in Berlin, sondern ist auch auf Briefbeschwerern im Kleinformat zu finden.

Auch Karl Eduard August Kiss gehörte zu den Schülern Beyerhaus´. 1802 in Paprotzan bei Pleß in Oberschlesien geboren, erhielt er ab 1824 Modellaufträge von der Gleiwitzer Hütte und profilierte sich mit einer 65 cm hohen Nachformung von Schlüters Reiterstandbild des Großen Kurfürsten (Gleiwitzer Kunstguss-Museum, Ostdeutsche Galerie Regensburg). Seine Statuette Friedrichs des Großen gehört wohl zu den Stücken, die die größte Verbreitung fanden. Die Statuette Napoleons, auch in großer Stückzahl in Gleiwitz gegossen, wird einmal Kiss, einmal seinem Landsmann und Lehrer in Gleiwitz W. A. Stilarsky zugeschrieben.

Der Tichauer Bildhauer, August Dyrda - schuf in den Jahren 2001-2002 ein Werk - ein Denkmal - „Friedrich Graf von Reden“ nach dem oberschlesischen Bildhauer Theodor Kalide (1801-1863) von 3 Metern Höhe, dessen Reden-Denkmal am 6.Sept in Königshütte O/S schon zum dritten Mal in der Geschichte Oberschlesiens enthüllt wird.

  • Damals:

Friedrich Wilhelm Graf von Reden,
geb. den 23. März 1752, gest. den 3.Juli 1815
Dem Begründer des schlesischen Bergbaus
die dankbaren Gruben- und Hütten-Gewerke und Knappschaften Schlesiens
1852.

  • Ab 6.9.2002 wird auf der neuen Tafel in polnischer Sprache stehen:

Friedrich Wilhelm Graf von Reden,
ur. 23. Marca 1752, zm.3.Lipca 1815

Die Rückseite:

Mi³o¶nicy Miasta Chorzów po zniszczeniach zrekonstruowali pomnik wielkiego cz³owieka, twórcy przemys³u XVIII i XIX wieku na ¦l±sku, oddaj±c tym cze¶æ Fryderykowi Wilhelmowi Hrabiemu von Reden. Mi³o¶nicy Chorzowa - 6.9.2002 - Chorzów

Die Chorzow-Stadtfreunde, nach der Zerstörung, haben das Denkmal rekonstruiert, von großem Mensch, dem Gründer in XVIII und XIX Jh. der schlesischen Industrie, und ihm die Ehre geben wollten, dem Friedrich Willhelm Graf von Reden. Die Stadtfreunde 6.9.2002 - Chorzow

 

Friedrich Graf von Reden - www.August-Kiss.de/Redendenkmal/redendenkmal.html, auch auf Seiten von www.Slonsk.com

Peter Karl Sczepanek 


Alle Exponate stammen aus Eisenkunstguss - Museum Hirzenhain (HE) und Buderus Guss GmbH

Zwischen 1813 bis 1815 wurden über acht Tausend Eiserne Kreuze für die Helden des Napoleonischen Krieges in der Gleiwitzer Eisenhütte gegossen.

Das Eiserne Kreuz wurde von Friedrich L. Beyerhaus (Gleiwitz) nach Karl F. Schinkel geschaffen.

 

 

Flußgötterteller mit Standfuß nach K.F.Schinkel

Peter Karl Sczepanek 
Holzweg 40, 40789 Monheim am Rhein

Monheim/Rh, den 17.7.20022

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