Am 19. August 1778 schrieb Friedrich der Große aus dem Lager bei Burkersdorf (bei
Schweidnitz in Schlesien) an den damaligen preußischen Bergbauminister Friedrich Anton Freiherr von Heynitz:
„Mein lieber Etats Minister Frh. von Heynitz, Ich erteile Euch auf Eurer
Schreiben vom 15. dieses Monats hierdurch zur Antwort, dass Ich, bei den Euch angeführten Umständen, dem Friedrich W. Baron v. R e d e n,
den nachgesuchten Titul, vom Cammerherrn, wohl accordiren will, und das nöthige deshalben bereits haben ergehen lassen: Wie Ich denn davon
zufrieden bin, dass er bei Eurem Departement, in der qualite´ eines Ober-Berg-Rath, in Schlesien, mit arbeitet.
Am 31. Decbr. 1778 ist Baron v. Reden im Plenum des besagten Departements zugefertigt und
vereidigt worden.
Friedrich Wilhelm Graf von Reden wurde am 23.März 1752 in Hameln / Harz im König-reiche
Hannover geboren. Nach gründlicher Ausbildung auf der Universität zu Göttingen, schon früh dem Berg- und Hüttenfache hat er sich
gewidmet. Er bereiste nicht nur viele deutsche Berg- und Hüttenwerke, sondern auch England und Schottland, Frankreich, wo sich damals der
Stein-kohlenbergbau, (Flötzbergbau) die Roh- und Schmiedeeisen-Erzeugung bei Steinkohlen und die Anwendung der Dampfmaschinen rasch und in
einer Weise entwickelte. Er arbeitete zwei Jahre mit neuem Schwung und der Entwicklung in Waldenburg/ -Schweidnitz, Giehren/-Jauer und
Reichenstein/-Fürstentum Münsterberg und Grafschaft Glatz. 1779 wurde er zum Direktor des Schlesichen Oberbergamtes in Tarnowitz ernannt.
Gegen Ende April 1780 ging Reden nach Breslau und übernahm die Directorial-Gäschäfte.
Am 14.Oktober 1786 wurde von Seiner Majestät des Königs Friedrich Wilhelm II. Friedrich
von Reden zum Geheimen Ober-Finanzrat ernannt.
Nach den vielen Reisen nach England, Schottland, Nord Frankreich, Niederlande-Belgien
wurde Reden zum Ober-Berghauptmann in 1802 und Wirkliche Geheimen Staatsminister ernennt.
1807 zog er auf sein Schloss in Buchwald / Riesengebirge, wo er am 3. Juli 1815 starb.
Die blühenden 25 Jahre in Schlesien von Graf von Reden waren auch die blühendsten
Zeiten des Landes Oberschlesien. Reden schuf die Industriebasis der Region nicht nur im Bergbau und Hüttenfache, er sorgte für die
Infrastruktur, indem er die Transportwege verbesserte, Wasserkanäle entwickelt, Bergarbeitersiedlungen bauen ließ, sich um die allgemeine
Schulbildung und den bergmännischen Nachwuchs kümmerte. Sein geologischer Spürsinn ließ ihn neue Lagerstätten finden, und seine
naturwissenschaftlichen und technischen Kenntnisse erlaubten ihm, sie zu erschließen. Er führte technische Neuerungen ein, z.B. die
Gewinnung von Stahl mit Hilfe von Koks - seit 1789 oder 1788 eine englische Dampfmaschine zur Wasserhaltung im Bergbau (Tarnowitz), die dann
in Schlesien nachgebaut wurde.
1786 wurde Reden in Anerkennung seiner Verdienste um den schlesischen Bergbau in den
Grafenstand erhoben.
Eine Ausstellung der Stiftung Schlesien, Hannover „Schlesisches Eisen - Zum 250.
Geburtstag von Friedrich Wilhelm Graf von Reden“ findet am 14. Juli bis 8 September 2002 im Oberschlesischen Landesmuseum in Ratingen
Hösel, Bahnhofstr. 62 statt.
Die Jahre waren vergangen, nach den Kriegen wieder schien die Sonne des Friedens. Da erzählten
die alten Häuer von Vater Reden und seiner Zeit. Auf der Erde ist der Industrielle Franz von Winkler auf Miechowitz mit dem Roten
Adlerorden 4. Kl. erschienen. Er hat dem Grafen von Reden ein Standbild zu gestalten, vorgeschlagen, den allerhöchsten Beifall des Königs
Friedrich Wilhelm IV. gefunden. Der König hat zur Herstellung des Models 2500 Rtl geschenkt. Der oberschlesische Bildhauer, Professor
Theodor Kalide hat den Entwurf gemacht: Der zu einem 10 Fuss hohen Standbild von Erz, in Puffjacke und Leder, in bergmännischer Kleidung,
die linke Hand auf einem ausgebreiteten Grubenplan zeigend, die Rechte am Steigerhäckel.
Das Modell - Theodor Kalide, ziselierte Kunstmetallgießer C. Warmuth in Berlin.
„Da steht auf dem 12 Fuß hohen Postament der echte Bergmann, wie Reden es war,
angesichts der Königshütte, eine der größten Schöpfungen, mit seinen zahllosen Werken, welche ringsum ihre Rauch- und Feuersäulen zum
Himmel senden. Mögen sie wachsen und gedeihen, diese Stätten des Fleißes, damit noch späte die Enkel sich allda begegnen mit fröhlichem
Glückauf“.
Und der König war am 29 August 1853 an der festlichen Enthüllung des Reden-Denkmal, wo
steht:
Friedrich Wilhelm Graf von Reden,
geb. den 23. März 1752, gest. den 3.Juli 1815
Die Rückseite:
Dem Begründer des schlesischen Bergbaus
die dankbaren Gruben- und Hütten-Gewerke und Knappschaften Schlesiens
1852.
Am 6. September 2002- neue Enthüllung in Königshütte ( Chorzów):
Das Modell - nach Theodor Kalide - August Dyrda (geb. 1926 in Tichau) ziselierte Kunstmetallgießer Sobociñski in Poznañ.